Weidigschule Butzbach

Kunst-Projekt "Galerie 511"


         

 

Holger Nickischs Hütte ME/folly ist eine mobile Kunstinstallation.
Sie zieht von Ort zu Ort und ist ein Hauptteil seines künstlerischen Schaffens:

http://www.nickisch.nl/ME_folly.html

 


Fotos zur Ausstellung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

"Holger, der Kampf geht weiter" in Galerie 511 will Betrachter politisieren

Gut besuchte Vernissage in der Weidigschule / Ausstellung ist noch bis zum 19. Juni zu sehen

 


BUTZBACH. Werke des niederländischen Künstlers Holger Nickisch sind derzeit in der Galerie 511 der Weidigschule zu sehen.

BUTZBACH (pm). Bereits der Blick in den Ausstellungsraum ist ungewöhnlich: Zwischen Birken und Gartenbänken sieht man eine erleuchtete Hütte, neben Rasen und weiteren Pflanzen. Eindrucksvoll ist die Wirkung, die diese Umkehrung von Innen- und Außenraum beim Besucher hinterlässt.

Im Inneren der Hütte sind Fotos unterschiedlicher Aktionen gehängt, die eine ähnliche Hütte an verschiedenen Orten zeigt, außerdem weitere Bilder und Objekte künstlerischer Aktivitäten, aber auch Mobiliar, z.B. eine Liege, einen Ofen, Tisch und Bänke wie auch Stiefel und Bekleidung an der Wand hängend.

An zwei Seiten des umgebenden Ausstellungsraumes und auch an den Außenwänden der Hütte sind sehr dicht Transparente, Schilder und Plakate von unterschiedlichen Kundgebungen gehängt und aufgestellt. Man erkennt Plakate zum sechzigsten Jahrestages des Kriegsendes, niederländische Aufrufe gegen Einschränkungen des Mietrechtes, gewerkschaftlich organisierte Äußerungen zu politischen Kandidaten, aber auch die guten Wünsche für die diesjährigen Abiturienten der Weidigschule und vieles mehr. Der politisch wirkende Titel der Ausstellung, "Holger, der Kampf geht weiter!" hat hierzu einen Bezug.

Die sehr gut besuchte Eröffnung wurde von einer Rede des Direktors der Weidigschule, Reiner Laasch, eingeleitet. Nach einigen Worten des Dankes seitens der Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Galerie 511, Gudrun Salz, und von Holger Nickisch selbst, antwortete dieser auf die Fragen des Publikums. So betonte er sein Anliegen, künstlerische Aktionen unter Mitwirkung der örtlichen kreativ tätigen Menschen zu organisieren, in Tradition der Sozialen Plastik von Joseph Beuys. In diesem Sinne lobte er die in deutschen Schulen wohl einzigartige Initiative der Galerie 511, zeitgenössische Kunst in Ausstellungsform jungen Menschen nahe zu bringen.

Besonders bedankte sich Nickisch bei den Schülerinnen und der Leiterin der freiwilligen Arbeitsgemeinschaft Galerie 511, die viel Freizeit für die Drucksachen, Aufbau und Vorbereitung investiert, aber auch – ganz im Sinne seines Kunstverständnisses – eigene Gestaltungsbeiträge eingebracht hatten.

Zentral in seinem Werk steht die Bedeutung des öffentlichen Raumes in unserer Gesellschaft, vor allem geht es um dessen alternative Gebrauchsmöglichkeiten durch die Bewohner und Passanten. Zum Titel der hiesigen Ausstellung erklärte er, dass mit dem dort genannten Holger er selbst gemeint wäre, und nicht etwa ein Bekenntnis zur RAF, aus deren Umfeld der Satz stammt. Die Verwendung des Zitates hat auch zu tun mit der Politisierung der Bevölkerung. Nickisch möchte, dass sein Publikum sich einmischt, aktiv ist und mitgestaltet. Robin Neumann sprayte während der Eröffnung Graffiti an eine Hüttenwand, und ein Keyboard in der Hütte wurde für gelegentliche spontane musikalische Beiträge des Publikums genutzt.

Neben der Hütte im Ausstellungsraum präsentiert Holger Nickisch sein "Ausfegen“-Projekt, bei dem er, in Anlehnung an Joseph Beuys, die Reste von verschiedenen Demonstrationen in Amsterdam und anderen Orten aufgesammelt und in Holzkisten archiviert hat. Diese Exponate ergeben ein volles, lebendiges Bild, bei dem eine gemeinsame Bildsprache auffällt.

Nach Ablauf der Ausstellung wird diese Hütte in Butzbach bleiben und eine Umgestaltung durch die Schülerinnen und Schüler erhalten, während in der zweiten Hütte in Amsterdam, wiederum in ähnlicher Form wie hier, die Ausstellung in Butzbach in neue Aktionen integriert werden wird. Die Ausstellung ist bis zum 19. Juni zu besichtigen, Öffnungszeiten sind wochentags während der großen Pausen, sonntags von 15.00 bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung unter 06033 91170 und Galerie511@web.de

(c) by Butzbacher Zeitung, 08.06.2011

 


 

 Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

"Holger, der Kampf geht weiter"

Vernissage von Amsterdamer Kunstprojekt in der Galerie 511 der Weidigschule am Dienstag

 

BUTZBACH (pi). "Holger, der Kampf geht weiter“, heißt ein Projekt von Holger Nickisch. Der Mittelpunkt der Ausstellung wird von einer orginalgrossen Schutzhütte gebildet, die der Künstler nicht nur zum Ausgangspunkt seiner eigenen Präsentation nimmt, sondern auch der Gemeinschaft in der Weidigschule zur längerfristigen Nutzung zur Verfügung stellt.

Holger Nickischs Hütte ME/folly ist eine mobile Kunstinstallation. Sie zieht von Ort zu Ort und ist ein Hauptteil seines künstlerischen Schaffens, das er ab Dienstag, 31. Mai, nun im Gymnasium präsentiert. Meist platziert der Amsterdamer Künstler sie – wie viele seiner Ausstellungen – an Orten mit starker Publikumsfrequenz oder in sozialen Brennpunktvierteln. Zentral in seinem Werk steht die Bedeutung des öffentlichen Raumes in unserer Gesellschaft und die Fragen, die sich dabei stellen: Über die Planung, Gestaltung und tatsächliche Nutzung von öffentlichen Räumen; über die Reglementierung, Kontrolle und Vermarktung öffentlicher Räume, auch in ihrem historischen und sozio-geographischem Zusammenhang.

Es geht Nickisch vor allem, um die alternativen Gebrauchsmöglichkeiten des öffentlichen Raumes durch die Bewohner und Passanten. Sie werden von ihm eingeladen an der Gestaltung und dem Gebrauch der Hütte (und damit des Ortes) direkt mitzuwirken. Eben diese, von den teilnehmenden Menschen geprägte Nutzung macht Holger Nickischs Projekt besonders. So kommt es vor, dass entweder andere Künstler sich mit ihren Ideen die Hütte zu Eigen machen oder Nickisch die Anwohner bittet, sie mit Leben zu füllen.

Das Projekt trägt den Namen ME/folly, ME steht für "mobile Einheit" und "olly“ bezeichnet in der Gartenarchitektur ein zweckfreies, nur zum Vergnügen und der Kontemplation errichtetes Gebäude. Zusammen mit den Schülerinnen der Arbeitsgemeinschaft der Galerie 511 hat Holger Nickisch die Ausstellung "Holger, der Kampf geht weiter!" geplant, welche am Dienstag, 31.5.11 um 19 Uhr eröffnet wird. Informationen gibt es auch unter www.nickisch.nl

Die Galerie 511 ist fester Bestandteil einer Schule. Damit ist sie einzigartig in Deutschland und erreicht gerade deshalb so viele junge Menschen wie vermutlich keine andere Galerie. Das Projekt Galerie 511 bringt internationale und hochrangige Künstler in die Weidigschule. Durch die Platzierung der Ausstellungen unmittelbar im Schulgebäude haben seit Beginn der Galerie 511 im Jahre 1998 zehntausende Schülern direkten Kontakt mit unterschiedlichen Positionen zeitgenössischer Kunst und originalen Exponaten bekommen.

"Kommen die Schüler nicht zur Kunst, muss die Kunst in die Schule kommen." So oder ähnlich dachte Hubert Soltau, inzwischen pensionierter Kunsterzieher der Weidigschule, und setzte 1997 die Idee um, zeitgenössische Kunst den Schülerinnen und Schülern in Form einer Schulgalerie näher zu bringen. Weil es wichtig ist, Kunst im Original zu erleben, ermöglicht das Galerie-Projekt dieses Erleben auch in unserer Kleinstadt. Nach 16 Ausstellungen und seiner Pensionierung 2007 übergab Soltau die Leitung der Galerie 511 an Gudrun Salz.

Ausstellungsdauer ist vom 31.5. – 19.6.2011. Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag während der Unterrichtspausen, an den Sonntagen von 15 – 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Galerie511@web.de oder Tel.: 06033 91170.

(c) by Butzbacher Zeitung, 28.05.2011


Me-folly in Amsterdam:

 

 

Me-folly in Krefeld:

 


 

Zurück zur Übersichtseite der Galerie 511
Zur Startseite der Homepage der
Weidigschule.