In der großen Pause

 

 

Besuch der Frauenwaldschule, Klasse 6A, Lehrer Johannes Weide

 

 


Butzbach Galerie 511 in der Weidigschule

"Kleinstadt - Großstadt" von Ink

Seit 1998 gibt es sie, die ungewöhnliche Galerie in der Butzbacher Weidigschule, die von Lehrenden geführt wird. In der Regel gibt es zwei Ausstellungen pro Jahr, von renommierten Kunstschaffenden nicht nur aus der Region. Im Januar wird die Ausstellung „Kleinstadt - Großstadt" von der Zeichnerin und Malerin Ink eröffnet, die mit Mann und zwei Kindern in Jossgrund (Spessart) lebt. Den Künstlernamen bekam sie einst von ihren Schwestern wegen ihrer Vorliebe für Tusche. Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, so ihr bürgerlicher Name, begann erst spät mit dem Einstieg in die Kunst. Obwohl sie schon als Kind Malerin werden wollte, lernte sie auf Wunsch der Eltern zunächst den Brotberuf der Bankkauffrau. Das Zeichnen verfolgte sie weiter. Ihr Mann ergriff anlässlich ihres 40. Geburtstags die Initiative und zeigte einige ihrer Bilder einem Frankfurter Galeristen, der sie auf ihrem Weg bestärkte.

Mittlerweile ist das Malen und Zeichnen zum Beruf geworden. Wer auf ihrer Homepage nachschaut, der sieht den steilen Aufstieg. Mit zwei Ausstellungen 2006 beginnend bringt sie es auf mittlerweile fast 30 Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, dazu kommen zwei Kunstpreise in 2008 und 2009. Das vergangene Jahr stand im Zeichen der Brüder Grimm, denen sie mit ihrer fotorealistischen Kunst kongenial zur Seite stand. Ihre Porträts von lebenden Personen entstehen in der Regel nach Fotovorlagen, daher ist so manche Berühmtheit dabei. Das neue Jahr ist schon gut verplant, auch wird ihr Radius immer größer: bis nach Berlin oder ins Museum Giersch in Frankfurt. In Mittelhessen wird sie gleich drei Mal vertreten sein: im Januar in der Galerie 511 in Butzbach, beim Kunstverein Wetzlar vom 13.3. bis zum 10.4. und im Marburger Haus der Romantik ab September.

Vernissage in Butzbach: Do., 20.1.2011 um 19 Uhr, mit Künstlerin-Gespräch
Dauer: bis Sonntag 6.2.2011
Geöffnet: Montag bis Freitag während der Unterrichtspausen, Sonntag 15-18 Uhr oder nach Vereinbarung, Tel. 06033/91170, galerie511@web.de
Ort: Raum 511 der Weidigschule Butzbach

(c) by FRIZZ, Januar 2011


 Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

INK erzählt in ihren Werken ab Donnerstag ganze Geschichten

Künstlerin stellt in Galerie 511 "Kleinstadt - Großstadt" aus


BUTZBACH. In der Galerie 511 zeigt die Künstlerin INK, Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, ab Donnerstag ihre auffallend realistischen Werke.
Foto: INK, Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, 2010

BUTZBACH. Mit einer Auswahl faszinierender Bleistiftzeichnungen kehrt die Künstlerin Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, auch unter dem Namen INK bekannt, wieder an ihre alte Schule zurück. Als Motive wählt sie Portraits und Stadtlandschaften, deren detailgetreue Darstellung den Betrachter zum genauen Hinsehen verleitet.

Die sorgsamen und einfühlsamen Werke zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung und besonderer Sensibilität, sodass jedes Bild eine eigene Geschichte verbirgt. Die Malerin fand ihren Weg zur professionellen Kunst als Autodidaktin. Mit 40 Jahren beschloss Sie, unter dem Künstlernamen INK, ihrer eigentlichen Berufung, dem künstlerischen Schaffen, nachzugehen. Inzwischen ist die ehemalige Butzbacherin eine professionelle, mit Kunstpreisen und Auszeichnungen bedachte Künstlerin.

Im Januar 2011 präsentiert die Galerie 511 der Weidigschule Butzbach die beeindruckenden Bleistiftzeichnungen von INK, die sie im fotorealistischen Stil zu Papier bringt. Bei der Eröffnung am 20. Januar 2011 um 19:00 Uhr wird die Künstlerin anwesend sein und für Gespräche und Fragen zur Verfügung stehen. Dazu sind Sie alle herzlich eingeladen.

Die Ausstellung mit dem Titel "Kleinstadt – Großstadt“ ist geöffnet vom 21.01 – 06.02.2011, montags bis freitags während der Unterrichtspausen und sonntags von 15:00 – 18:00 Uhr. Außerdem können Sie einen Besuch vereinbaren unter Tel.: 06033/91170 sowie per E-Mail unter galerie511@web.de. Der Eintritt ist wie immer kostenlos.

(c) by Butzbacher Zeitung, 18.01.2011


 Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Mehr als nur Fotorealismus

Die Künstlerin INK zeigt Bleistiftzeichnungen in der Galerie 511 der Weidigschule

BUTZBACH. Der erste Eindruck ist frappierend: großformatige Fotos von scheinbar Alltäglichem: Köpfe, Porträts, Hände, Hände vor einem uralten Gesicht, ein Mann im Liegestuhl auf der Straße, ein junger Mann mit Motorrad, Hochhäuser, ein städtischer Innenhof, Nudeln essende Männer, ein Jüngling mit großem Rucksack. Bei näherem Augenschein, unter Zuhilfenahme einer Lupe, dann die Überraschung: das sind ja alles Bleistiftzeichnungen!

Der Bart eines älteren Mannes mit Hund setzt sich aus Hunderten von Bleistiftstrichen zusammen, die Schatten auf Gesichtern bestehen aus feinsten Stricheleien, plastisch dank einer Lasurtechnik, bei der mehrere Schichten von Graphit übereinander gearbeitet werden. "INK trifft Ludwig Emil Grimm".

In einerAusstellung im Brüder Grimm-Haus in Steinau hängen neben ihren Zeichnungen die Blätter des malenden Grimm, von Ludwig Emil Grimm, in denen sie, die Künstlerin INK, d.i. Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, Verwandtes sieht. Auch Grimm (1790 bis 1803) war ein meisterlicher Zeichner, auch er mit Vorliebe für Porträts und Details, geschult u.a. an der niederländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts. Auch INK widmet sich wie er Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten. Anders dagegen, weil historisch bedingt, ist ihre Herangehensweise beim Erfassen einer Vorlage. Gemeinsam ist beiden noch das Suchen nach zeittypischen Personen und Landschaften, mit dem Blick auf das Alltägliche.

Bei INK, in unserer Zeit also, ähnelt das Suchen nach Motiven dem von Grimm. Aber INK zeichnet nicht vor Ort, sondern fotografiert das, was sie interessiert, oder sie nutzt vorhandene Fotos für ihr Zeichnen. Sie geht also von der indirekten Wirklichkeit des Fotos aus, rastert es und überträgt es, Detail für Detail, auf das Zeichenpapier. Bei diesem Vorgang bringt sie ihre eigene Sichtweise, ihre Reaktion auf das auf dem Foto Gezeigte in der entstehenden Zeichnung unter, durch Weglassen, durch Betonen und Überbetonen, durch vergrößernde, naturalistisch filigran herausgearbeitete Abbildung von Gesichtspartien, Poren, Falten, Narben, Haare, von Stillleben, von Industrielandschaften.


BUTZBACH. INK: "Jens ist dann mal weg", 2008. Bleistift auf Papier. Internationaler Kunstpreis der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe.

Es ist also, bei aller Ähnlichkeit, nicht der reine Fotorealismus, sondern ein neuer Blick, ihr Blick, auf die Vorlage, keine Kopie, sondern ein wenn auch ähnliches neues Bild, ihr Bild.

Die in der Galerie zu sehenden 15 Zeichnungen entstammen zum Teil den Serien "Mit dem Rücken zur Wand" und "Landschaften". Zu dem Bild mit den vier Straßenkindern wurde INK durch ein Foto inspiriert, auf dem philippinische Straßenkinder die vor Jahren gespendeten Kleidungsstücke ihrer eigenen Kinder trugen. Sie erkannte das Kleid ihrer Tochter und das Hemd ihres Sohnes sofort. Mit diesem Bild wollte sie auf das Engagement des Tatort-Vereins aufmerksam machen in Manila als Hilfsorganisation ins Leben gerufen, um Straßenkindern zu helfen.

Und typische Landschaften sind heute nicht mehr vorrangig idyllische Naturplätze, sondern z.B. Hochhäuser. Ihre Zutat (zum Foto) bei "Landschaft I" ist als "Hommage an die Romantik" ein Schornsteinfeger aus dem Kinzigtal, gezeichnet in der Art von Caspar David Friedrichs Gestalten in der Landschaft, hier über die Frankfurter Dachlandschaft blickend. Manche Bilder atmen eine subtile Ironie: Kanzlerin Merkel als "Angela d'Arc", die Bundesfahne schwenkend, sarkastisch die Arbeit "Carlo Bruni", Sarkozy aller seiner Rollen entblößt. Karikierend hat sie in Acryl Lady Di als Strauß, Camilla als Erdkröte dargestellt.

Dass alles das Werk einer Autodidaktin ist, die erst mit 40 Jahren zu zeichnen begann, ist erstaunlich. Sie absolvierte zunächst eine Banklehre. An einem großformatigen Bild arbeite sie 100 Stunden und mehr. Eine Überraschung für Schulleiter Reiner Laasch, der immer seine Hand über der AG gehalten hat: ohne sein Wissen hat INK sein Porträt als Kind gezeichnet, die letzten Striche noch in der Nacht gesetzt und dann gerahmt überreicht.

INK ist ehemalige Weidig-Schülerin. Nun kehrt die Schülerin als Meisterin an ihre Schule zurück, ausgezeichnet mit renommierten Kunstpreisen. Was von Hubert Soltau initiiert wurde, führt die Kunstpädagogin Gudrun Salz auch mit dieser herausragenden Ausstellung fort, zurzeit mit zehn Mädchen, die an der "AG Galerie 511" teilnehmen.

Die Ausstellung "Kleinstadt - Großstadt" in Zimmer 511 des Weidig-Gymnasiums ist bis zum 6. Februar geöffnet, montags bis freitags während der Unterrichtspausen, sonntags von 15.00 bis 18.00 Uhr.

Hans-Joachim Müller

(c) by Butzbacher Zeitung, 22.01.2011


Gießener Anzeiger, 19.01.2011:

 


 

Zurück zur Übersichtseite der Galerie 511
Zur Startseite der Homepage der
Weidigschule.