Galerie 511 der Weidigschule Butzbach

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 


Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Wesen aus einem Zwischenreich

AUSSTELLUNG   Isabella Bauer-Heusler zeigt Werke in der Galerie 511 der Butzbacher Weidigschule

 


BUTZBACH. Im Zentrum der Ausstellung steht die Installation 1, 2, 3, 4, 5, die unter dem Ausstellungsmotto "Abgetaucht" ebenfalls zu sehen ist.

 


BUTZBACH. Skulpturen und Zeichnungen von Isabella Bauer-Heusler sind noch bis zum 30. Juni in der Weidigschule zu sehen.
Fotos: Salz

BUTZBACH (pe). Die elfte Ausstellung der Galerie 511 der Weidigschule  unter der Leitung der Kunstpädagogin Gudrun Salz erstaunt durch den Titel "Abgetaucht“ sowie durch die Wesenwelt, in die der Zuschauer eintaucht. Zur Vernissage begrüßte Schulleiter Andreas Schönemund die Künstlerin Isabella Bauer-Heusler, die Galerie-AG sowie ca. 50 Gäste - Schüler, Eltern und Kollegen der Weidigschule. Isabella Bauer-Heusler lebt seit Ende des Studiums der Bildhauerei (Professor Loth, Karlsruhe) in Marburg und arbeitet mit Papier und Wellpappe.

In der Galerie 511 sind es animalisch wesenhafte Objekte, die im suchenden Auge und in der Assoziation des Betrachters  der Tierwelt angehören, jedoch von der Künstlerin aus dieser gewonnen, entlehnt, entfremdet werden und ein Eigenleben entwickeln. Sie berichtet von ihrer lebenslangen Beschäftigung mit der Tierwelt, besonders mit Insekten, Spinnen, Unterwassertieren, der Fauna eines längst nicht vollständig erschlossenen Lebensraums, der sie inspiriert für ihre dreidimensionalen Objekte.

An einer Wand hängen fünf verschieden große flügelähnliche, nach innen blau gefärbte Schmetterlinge oder Muscheln,  sie sind beides aber sicher nicht, sondern „Die Glücklichen“. Die Werke sind zwar keine Skulpturen im traditionellen Sinne, behaupten sich jedoch so entschieden in ihrer Dreidimensionalität, dass sie sich in einem leeren Raum ihren Platz „aussuchen“, so die Künstlerin über die drei gelben zylinderförmigen Röhren, der "Kolonie“ an der linken Fensterwand.

Fast alle Objekte treten in Gruppen, Schwärmen auf und hier sind es die acht fast fußballgroßen, aber aus einer fünfeckigen Mitte und fünf Schlauchbeinansätzen mit gummibehaarten langen Spinnenbeinen bestehenden roten Gebilde, die den Betrachter zweifellos zuerst einnehmen.

Es fällt schwer, sie genau als das zu nehmen, was sie sind, unwillkürlich sucht das Auge nach Ähnlichkeiten mit bekannten Wesen, die Sprache nach einem Namen für das Ding. Die Künstlerin hilft da nicht weiter, diese nennt sie einfach "1,2,3,4,5" und spielt damit auf die Fünfbeinigkeit an, die es – so erläutert sie kundig – in der Tierwelt über Wasser gar nicht gibt, sondern nur in der Unterwasserwelt.

Die Natur ist erkennbar als Inspirationsquelle, ebenso deutlich aber auch die Distanznahme vom konkreten Lebewesen und eigenwillige Formfindung, die durch das Material sowie durch Färbung einen anderen Status gewinnt. Dass diese Suche nach der Form mit Schnitten am Papier, an der Pappe beginnt, erläutert sie lebhaft und zitiert Paul Klee, der "nicht nach der Natur“ arbeitete, sondern "wie die Natur".  So gehen etliche Versuche dem Gelingen voraus, und dieses wird auch bestimmt vom „Bild im Kopf“. Dass sie auch Interesse an der Soziologie der Tierwelt hat, wird durch ihre Gruppierungen deutlich.

Sie schöpft aus einem großen Materialfundus, dessen Einfachheit ihr entgegenkommt, also Pappe, Papier, Leim, Farbe: Ihr Instrument: Ihre Hände, der Cutter. Die sicher häufig gestellte Frage nach der Intention, beim Betrachter etwas auslösen zu wollen, beantwortet sie selbstbewusst mit dem Hinweis auf die gewonnene Eigenständigkeit des gelungenen Kunstwerks, das zunächst für sich steht, aber "wenn es gefällt, um so schöner“. Verblüffend ist ihre Äußerung über das Auffinden von Formen in Büchern und Abbildungen, die ihr manchmal im Nachhinein zeigen, dass es etwas gibt, was sie sich so oder ähnlich ausgedacht hat.

Gerne nimmt sie jedoch Anleihen bei der Terminologie der Zoologen, wenn die Begriffe abseits liegen, so wie die „Sanddollars“ und die „Einzeller“ aus der Ordnung der  „Lochträger“, die in ihren Händen ihre Gestalt und Dimension verändern. Was macht sie, wenn nicht sie nicht schneidet und nicht Tiere anguckt?  Sie zeichnet, und das unentwegt. Aus einem Fundus von ca. 20.000 Tagebuchblättern hängen 48 in zwei Gruppen in der Ausstellung und auch hier finden sie sich: Wesen, Gruppen, Gebilde, pflanzen- und tierartige Skizzen,  die in das DinA4-Blatt hineinragen oder hinausstreben, koloriert.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Juni in der Galerie 511 der Weidigschule zu sehen in allen Unterrichtspausen, nach Vereinbarung und sonntags von 15 bis 18 Uhr Kontakt: 06033/91170 oder Galerie511@web.de.

(c) by Butzbacher Zeitung, 18.06.2013


 

 Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Anregungen für Modelle aus der Natur

GALERIE 511:   Ausstellung "Abgetaucht" ab Donnerstag / Vernissage mit Diskussionsrunde über Werke

 


BUTZBACH. Die Galerie 511 der Weidigschule zeigt ab dem kommenden Donnerstag Objekte und Zeichnungen von Barbara Isabella Bauer-Heusler.

BUTZBACH. In der aktuellen Ausstellung der Galerie 511 in Butzbach werden ab Donnerstag, 13. Juni 2013, die Werke von Barbara Isabella Bauer-Heusler unter dem Titel "Abgetaucht“ zu sehen sein. Die Schüler der Ausstellungs-AG haben zunächst das Atelier der Marburger Künstlerin besucht und fanden sich von einem Augenblick auf den anderen in eine Fantasiewelt versetzt.

Sie waren umgeben von dreidimensionalen Gestalten aus Pappe und Papier, meist formiert als Schwärme, die sich über Wände und Boden ausbreiteten und das Gefühl aufkommen ließen, als ob sie jeden Moment zum Leben erwachen und sich bewegen könnten. Dieser Effekt entspricht auch dem Anspruch der Künstlerin, dass nichts an ihrer Kunst tot, sondern alles sehr lebendig wirken soll.

Bauer-Heusler entfernte sich nach dem Kunststudium an der Akademie in Karlsruhe vom vorherigen Modellieren mit Kunststoff und wandte sich dem Material Pappe zu. Parallelen zu Formen aus der Tier- und Pflanzenwelt sind bei ihren Werken sofort zu erkennen, da sie meist mit der Natur als Anregung arbeitet. Von dieser ist sie seit Kindheitstagen fasziniert. In ihrem Garten beobachtet sie vor allem die kleineren Tiere genau und entwickelt somit ein Gefühl fürs Detail. Diese Auseinandersetzung mit der Natur prägt die Werke der Künstlerin.

Während der praktischen Arbeit an ihren Objekten entwickeln sich wiederum neue Ideen für weitere Kunstwerke. Dabei ist es Bauer-Heusler wichtig, dass der Betrachter die Strukturen und den Aufbau ihrer Werke nachvollziehen kann – wie zum Beispiel bei den tierähnlichen "Gagsen“, die an das Leben im Meer erinnern.

Interessierte haben Gelegenheit, die Ausstellung vormittags während der Unterrichtspausen und sonntags von 15.00 - 18.00 Uhr, vom 13. bis zum 30.06.2013 zu besuchen. Die Galerie-AG lädt Sie auch herzlich für Donnerstag, 13. Juni, um 19 Uhr zur Vernissage ein, bei der Gäste die Künstlerin vor Ort antreffen und sich während einer Diskussionsrunde über ihre Kunst und deren Entstehungsgeschichte auseinandersetzen können. Die Galerie 511 Weidigschule Im Vogelsang 8, Butzbach, ist für Rückfragen erreichbar unter Tel. 06033/91170, E-Mail: galerie511@web.de. Der Eintritt ist frei.

(c) by Butzbacher Zeitung, 11.06.2013


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