Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Großes Interesse an Galerie 511

 WEIDIGSCHULE Heute letzter Tag der Doppelausstellung mit Werken von INK und Hubert Soltau



BUTZBACH (mit). Gleich zwei Schülergruppen bekamen am Dienstag eine Sonderführung durch die Doppelausstellung von INK und Hubert Soltau an der Weidigschule. Die aktuelle Ausstellung präsentiert Zeichnungen der beiden Künstler. Sie befassen sich mit dem Thema Porträt, Körper, Menschen auf der Flucht oder in extremen Situationen. Den Anfang macht ein Oberstufenkurs der Henry-Harnischfeger-Schule Bad-Soden-Salmünster mit seiner Lehrerin Wellmann-Glowacki. Da auch INK anwesend war, kamen weitere Gäste, auch Schulleiterin Annette Pfannmüller war beim Künstlergespräch dabei, das gemeinsam mit Gudrun Salz, Leiterin der ausstellenden Galerie-Arbeitsgemeinschaft, geführt wurde. Diese stand ganz im Zeichen der Fragen der interessierten Schüler: Wie finden Sie Ihre Themen? Wie lange arbeiten Sie an einem großen Bild? Wie finden Sie einen Preis? Haben Sie manchmal Zeitdruck? Die Künstlerin antwortete ausführlich darauf, auch weitere Fragen zu den Hintergründen einzelner Werke wurden erläutert. So erklärte INK, dass sie die Portraits mit dem Stempel „entartet“, die wie ein weggeworfener Haufen Karteikarten in einem Kasten arrangiert sind, anlässlich des fast unbeachteten 80-jährigen Jubiläums der Ausstellung „Entartete Kunst“ im Nationalsozialismus gezeichnet hat. Sinn der damaligen Ausstellung war die Verhöhnung der Künstler, die außerdem mit einem Berufsverbot belegt waren und deren Werke meist vernichtet wurden, weil sie nicht der Schönheitsauffassung entsprachen, die Kunst unter Hitler haben sollte. INK versteht ihre Arbeit als Appell gegen jegliches Einmischen in die Ausdrucksformen von Künstlern, überall auf der Welt. Auf weitere Fragen hin erkläret INK, dass sie neben der Zeichnung nach dem Modell Fotos zur Hilfe nimmt, diese aber nicht eins zu eins verwendet. Dies hat sie mit den Werken Soltaus gemein, der sogar Fotos aus Zeitungen gebraucht, dann aber bewusst nur bestimmte Teile übernimmt und den Ausschnitt verändert. So verlieren die Bilder zu weiten Teilen ihren ursprünglichen Schrecken, und in der Kombination mit der Schönheit der Zeichentechnik entsteht das Spannende. Auch zu den Themen Soltaus stellten die Schüler viele weitere Fragen. Für diesen besonderen, sogar zwei Stunden währenden Besuch, bedanke sich Salz bei den Schülern, ihrer engagierten Lehrerin und der Künstlerin. Am Mittag folgte der Besuch von zehn Kindern der Betreuung der Stadtschule Butzbach (Träger: Jugendberatung und Jugendhilfe) in Begleitung von Yvette Schaffrath und Andrea Fischbach. Den Kindern gefiel der abwechslungsreiche Nachmittag sehr gut. Salz leitete die Kinder durch die Ausstellung und beantwortete ihre Fragen. Auch sie erkundigten sich nach den Preisen der Bilder. Sie staunten darüber, wie lange die Künstler an den Bildern arbeiten und untersuchten die Zeichnungen mit der Lupe. So erfuhren die Kinder, nach Fragen zu einem Soltau-Bild, was „Demonstration“ bedeutet, welche Rolle die Polizei dabei spielt oder wie der menschliche Körper in der Kunst dargestellt werden kann. Die große Resonanz auf die aktuelle Doppelausstellung ist eine Bestätigung für das besondere Kunstprojekt „Galerie 511 – professionelle Kunst an der Weidigschule“ und die mitarbeitenden Schüler. Nur noch heute ist die Ausstellung in der Weidigschule zu besuchen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen auf der Homepage der Weidigschule.

(c) by Butzbacher Zeitung, 14.12.2018

 

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