Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Argumente überzeugend dargestellt

WETTBEWERB Jury der Weidigschule Butzbach kürt Julian Wagner Sieger von "Jugend debattiert"




BUTZBACH. Die Siegerehrung des Wettbewerbs "Jugend debattiert" an der Weidigschule (v.l.): Organisatorin Beatrix Selzer-Stahl, die vier Klassensieger Bela Biester (9a), Sieger Julian Wagner (8e), Hannah Beppler (8c), Julia Müller (8d) und Schulleiterin Annette Richter.    Text + Foto: dt

BUTZBACH (dt). Auch in diesem Jahr beteiligt sich die Weidigschule wieder an dem vom Bundespräsidenten initiieren und unterstützten Bundeswettbewerb "Jugend debattiert." Es gibt diese Veranstaltung für die Schulbereiche der Sekundarstufe eins (Klassen acht und neun) und für die Sekundarstufe zwei (gymnasiale Oberstufe), wobei sich das heimische Gymnasium auf die Sekundarstufe eins konzentriert. Am letzten Schultag des ersten Halbjahres, am Freitagmorgen, wurde im Beisein der Mitschüler der Schulsieger aus den Klassen 8c, 8d, 8e und 9a gekürt, der sich am 16. Februar in Wetzlar der Qualifikation zum RegionalwettbeWerb Mittelhessen stellen muss.
Es herrschte von Beginn an eine gespannte Stimmung in der Mensa der Weidigschule, auf deren Bühne vier Rednerpodeste aufgebaut waren. Schulleiterin Annette Richter
und ihre vierköpfige Jury aus den Deutschlehrern Christiane Länge, Till Kessler, Holger Höhn und Organisatorin Beatrix Selzer-Stahl -alle ausgebildete Debattier-Trainer - saßen bereit, um die vier Klassensieger Hannah Beppler (8c), Julia Müller (8d), Julian-Wagner (8e) und Bela Biester (9a) in ihrer rhetorischen Präsentation zu bewerten und einen Sieger zu küren. Biester war kurzfristig am Morgen, für eine erkrankte Mitschülerin eingesprungen und machte - quasi aus dem Stand - eine gute Figur.
Das Thema der Debatte hieß: "Sollen Haschisch und Marihuana auch in Deutschland legalisiert werden?" Zwei Schüler hatten den Part des "Pro" übernommen, die übrigen zwei den Teil des "Kontra". Es ging dabei für die vier Klassensieger um die Demonstration von Sachkenntnis, individuellernAusdrucksvermögen, eloquenter Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft vor Publikure und der Jury. Alle vier Schüler hatten sich im Vorfeld entsprechend vorbereitet, hatten Sachwissen parat, verfügten über Detailwissen und Kenntnis von inhaltlichen Zusammenhängen. Verlangt war daneben ein angemessenes, klares, anschauliches - wenn möglich auch - originelles Ausdrucksvermögen. Wichtig war weiterhin ein Aufnehmen der Gedanken der anderen Gesprächsteilnehmer durch aufmerksames Zuhören und ein gedankliches Weiterführen von Argumenten der übrigen Gesprächspartner. Von der Jury ebenfalls bewertet wurde die Fähigkeit der Teilnehmer, ihre Argumente überzeugend zu begründen, vorgetragene Gründe entsprechend zu gewichten und dabei einen Blick für das Wesentliche im Fortgang der Debatte zu entwickeln; nur aufgestellte Behauptungen waren dazu wenig hilfreich.
Zunächst hatte jeder Teilnehmer zwei Minuten Zeit für ein eigenes Statement. Von der Pro-Seite wurde unter anderem inhaltlich angeführt, dass bei einer freien Abgabe von Haschisch und Marihuana diese nur in speziellen Läden, etwa Apotheken, an über 18-Jährige erfolgen solle, streng reglementiert und in Begleitung einer entsprechenden Suchtberatung. Im Straßenverkehr sei eine Einnahme tabu, zu behandeln wie Alkohol am Steuer. Während der Genuss von Alkohol und Tabak tödlich sein könne, sei dies beim Konsum von Haschisch und Marihuana nicht der Fall. Sie seien bei den gesundheitlichen Folgen "harmloser" als Alkohol und Tabak, seien nicht giftig.
Die Kontra-Seite plädierte weiter für ein Verbot, allein wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Genuss. Nicht selten käme es zu Depressionen und Wahrnehmungsstörungen; daneben erhöhe sich - nach vorliegenden Studien - durch den Genuss beim Menschen die Infarkt- und Schlaganfallsgefahr. Nach den Statements gab es zwischen den Gesprächsteilnehmern eine zwölfminütige argumentative Austauschphase, in der die Reihenfolge nicht festgelegt war. Argumente waren hier der Handel auf dem Schwarzmarkt. Illegalität fördere durch den Verbotsanreiz den Konsum. Andererseits erhöhe auch der freie Zugang den Konsum. Es entstehe eine psychische Suchtabhängigkeit. Dem wurde entgegengehalten, dass Haschisch und Marihuana auch eine medizinische Wirkung, beispielsweise bei Schmerzen, hätten. Abschließend hatte jeder Teilnehmer in einer Schlussrunde dann noch eine Minute zur Verfügung, um aus seiner Sicht ein Fazit zu ziehen. Die Jury traf diesmal eine ganz knappe Entscheidung. Schulsieger wurde Julian Wagner vor Julia Müller; Rang drei ging an Hannah Beppler, Vierter wurde der für seinen kurzfristigen Einsatz besonders gelobte Bela Biester. Die Juroren erläuterten ihre Bewertung vor den Schülern der vier Klassen. Schulleiterin Richter dankte den vier Klassensiegern für ihr Engagement und ihren Einsatz und überreichte abschließend jeweils einen Geschenkgutschein für einen Kinobesuch.


(c) by Butzbacher Zeitung, 03.02.2018

 

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