Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

"Durchweg exzellent gearbeitet"

ERFINDERLABOR Weidigschülerin Sarah Riebeling forscht in Bensheim über Brennstoffzellenantrieb




BUTZBACH. Sarah Riebeling steht kurz vor dem Abitur an der Weidigschule und forschte erfolgreich im "Erfinderlabor" im Zentrum für Chemie.


BUTZBACH. Sarah Riebeling (4.v.l.) mit ihrem Chemiekurs und ihrer Chemielehrerin Stefanie Röder (6.v.l.) im Rahmen der Präsentationsveranstaltung der Workshopergebnisse in Bensheim.

BUTZBACH (pi). Eine Strohhalmpackung als Floß, ein Plastikbeutel als Tank, die Schiffsschraube aus einer Getränkedose: Heraus kommt ein Wasserstoffboot mit Brennstoffzellenantrieb. Gebaut von den leistungsstärksten Oberstufenschülern aus ganz Hessen. Entwickelt aus drei wesentlichen Zutaten: wissenschaftlicher Kreativität, geballter Energie und unbändigem Forschergeist.
Beim 24. Erfinderlabor drehte sich in der vergangenen Woche alles um Elektromobilität. Der Schwerpunkt lag auf einer ganz besonderen Spielart: dem Brennstoffzellenantrieb. Jeweils acht Schüler haben sich in das komplexe Thema vertieft und eigenständig an neuen Lösungsansätzen geforscht. Zum 24. Mal hatte das Zentrum für Chemie (ZFC) mit Siti in Bensheim 16 Top-Schülern kurz vor dem Abitur die exkluSive Möglichkeit gegeben, sich eine Woche lang intensiv mit. Zukunftstechnologien zu beschäftigen.
Darunter auch Sarah Riebeling von der Weidigschule in Butzbach: "Die Zeit im Erfinderlabor war eine spannende Woche mit interessanten Einblicken in die zukunftsorientierte Forschung an Brennstoffzellen. Ich hatte die Möglichkeit, mit Personen, die an der Hochschule arbeiten, in Kontakt zu kommen und mich mit den anderen Teilnehmern über gemeinsame Interessen auszutauschen. Es hat Spaß gemacht, in der Gruppe an einem inhaltlichen anspruchsvollen Thema zu forschen und gemeinsam Ziele zu erreichen." "Ich beneide jetzt schon die Kollegen, bei denen ihr studieren werdet", sagte Dr. Justus Brans vom hessischen Wirtschaftsministerium. Er attestierte den Jugendlichen Hochschul-Niveau. Die Energiewende benötige exzellente Fachleute, so der Diplom-Ingenieur bei der Abschlussveranstaltung am Goethe-Gymnasium in Bensheim. Vor rund 200 Gästen präsentierten die Schüler in vier Teams ihre Forschungsergebnisse: Sämtliche Wasserstoff-Boote waren voll funktionsfähig. Herausforderungen wurden clever umschifft. "Ihr habt durchweg exzellent gearbeitet und eure Ergebnisse glänzend präsentiert", kommentierte Professor Dr. Birgit Scheppat. Die renommierte Diplom-Physikerin ist Juryvorsitzende für den Innovationspreis des Deutschen Wasserstoff-Verbandes und Vorständsmitglied der Wasserstoff- und Brennstoffzelleninitiative Hessen (H2BZ-Initiative Hessen), ein langjähriger Partner des Erfinderlabors. Am Fachbereich Ingenieurwissenschaften an der Hochschule Rhein-Main in Rüsselsheim haben sich die Jungforscher schnell in die Materie vertieft. Für die Schüler war der Dialog mit den Wissenschaftlern eine wertvolle Erfahrung.
Das Erfinderlabor ist das prominenteste von mehreren Bildungsprojekten unter dem Dach der Initiative "Schule 3.0", die Zukunftstechnologien in den Regelunterricht integrieren will, um jungen Leuten berufliche Perspektiven zu eröffnen. Denn noch immer fühlt sich rund die Hälfte der Schulabgänger nicht ausreichend informiert, betont Dr. Thomas Schneidermeier. Der ZFC Vorstand ist Initiator und treibende Kraft des Erfinderlabors. Für die drei thematisch variierenden Workshops in diesem Schuljahr hatten sich rund 200 Jugendliche aus 85 Schulen mit gymnasialer Oberstufe beworben, wie Projektleiterin Binke Friedrich mitteilt.

"Ein hochkarätiges Angebot für hochkarätige Schüler", sagte Rita Flad vom Referat Gymnasien im Hessischen Kultusministerium über den Wissenschafts-Workshop. Sie riet den Schülern, sich ihre Begeisterung für die Naturwissenschaften zu bewahren. Die Berufsperspektiven im Mint-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) seien hervorragend. Der kommunale Energiedienstleister GGEW unterstützte das ZFC erneut als Partner. Zum Abschluss des Erfinderlabors hatten die Teilnehmer bei der GGEW die Chance, Elektromobilität hautnah in der alltäglichen Praxis zu erleben. Der Bensheimer Bürgermeister Rolf Richter betonten die Notwendigkeit, jungen Leuten frühzeitig Perspektiven zu öffnen und sie so auf die komplexer werdenden Arbeitswelten von Morgen vorzubereiten. Die Vernetzung von Wirtschaft und Schule sei weiterhin eine zentrale Aufgabe der kommenden Jahre.
Das nächste Erfinderlabor findet im April in Darmstadt zum Thema Organische Elektronik statt.


(c) by Butzbacher Zeitung, 08.02.2018

 

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