Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Lernen in "Herz und Seele Butzbachs"

GESCHICHTE   Weidigschüler erleben Projektwoche zum Thema Friedrich Ludwig Weidig im Museum


 


BUTZBACH. Die Schüler aus den Klassen fünf bis neun des Butzbacher Gymnasiums hielten im Museum ihre Abschlussvorträge im Beisein von Antje Sauerbier (r.) und Tobias Maschmann (hinten I.).
Text + Foto: thg

BUTZBACH (thg). Das Museum der Stadt Butzbach als Lernort erlebten neun Schüler der Weidigschule Butzbach im Rahmen der Projektwoche. Gestern hielten sie in der Weidig-Dauerausstellung ihre Abschluss-Präsentationen. Im Mittelpunkt stand der Freiheitskämpfer, Turner, Pfarrer und Pädagoge Friedrich Ludwig Weidig.

Dass das Geschichtsprojekt nicht bei allen der beteiligten Schüler erste Wahl war, gaben sie unumwunden zu. Aber: "Es ist interessanter als erwartet", bekannte einer der jüngsten Teilnehmer. Dass die Projektwoche für den künftigen Unterricht hilfreich ist, ergänzte ein Mitschüler, denn Weidig und seine Zeit seien später noch einmal Thema. "Es ist interessant, so oft im Museum zu sein. Wir haben die Themen selbst ausgearbeitet und Quellentexte bearbeitet", sagte ein anderer.

Spannend sei es für die Schüler auch gewesen, "mal mehr zu sehen als das, was in der Ausstellung zu sehen ist", denn Museumsleiter Dr. Dieter Wolf und dessen Stellvertreterin Antje Sauerbier stiegen mit den Schülern auch in den Keller, wo Gegenstände lagern, die nicht für die Offentlichkeit sichtbar sind. Auf dem Programm der Woche stand auch eine Weidig-Stadtführung mit Wolf. Sauerbier erläuterte den Schülern die Dauerausstellung zum großen Demokraten.

Tobias Maschmann und Annett Günther betreuten die Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis neun bei der Arbeit an der Zeit von der napoleonischen Ära bis 1871 mit dem Schwerpunkt der Revolution von 1848 und Vormärz. Das Museum sei in der Kooperation für die Schule wichtig, unterstrich Maschmann.

Dort sei es möglich, Geschichte darzustellen, die einen regionalen Bezug vermittelt und darüber die große Geschichte begreifbar macht. In seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Museums-Förder- und Freundeskreises sagte er, dass diese städtische Einrichtung zwar nicht viel Gewinn mache. Aber daran und an der Kultur dürfe man nicht sparen, "weil es uns ausmacht". Er plädierte für einen Weiterbestand des Museums und eine entsprechende Ausstattung mit Personal und finanziellen Mitteln.

Sauerbier sagte, dass sich am Thema Weidig die Parallelen zur Neuzeit sehr gut aufzeigen ließen. Ob es das Thema Diktatur oder Folter sei, dies sei absolut zeitlos. "Die Geschichte ist immer aktuell."

In ihren Präsentationen im Ausstellungsraum ließen die Schüler zunächst Wesentliches zu den Flugschriften von Weidig und Büchner einfließen. Unter anderem betonten sie, dass das seinerzeit illegale Handeln der Autoren, Bearbeiter und Verteiler von einem Spion beobachtet worden sei. Angesichts von Armut, Elend, und Unterdrückung hätten sich die Flugschriften vorrangig an die einfache Bevölkerung gewandt.

Hinsichtlich Weidigs Umfeld unterstrichen die Gymnasiasten die Bindung zwischen Weidig und seinen Schülern. Er habe ihnen den Mut gezeigt, Dinge zu hinterfragen und ebenso auch andere zu kritisieren. Auch das Schicksal der Verschwörer, die ebenso wie Weidig - mitunter zeitweise - in Haft kamen, stellten die Projektgruppenmitglieder dar. Maschmann bedankte sich bei Sauerbier und Wolf für die Zusammenarbeit. Er wies auf die jahrzehntelange Forschung zu Weidig im Museum hin. Dieser Ort bilde "Herz und Seele Butzbachs", sagte er.

(c) by Butzbacher Zeitung, 30.06.2017

 

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