Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

Große Geschichte in lokalen Bezügen

PÄDAGOGIK    Fachlehrer der Weidigschule informieren sich im Butzbacher Museum über Möglichkelten


 


BUTZBACH. Der Leiter des Museums der Stadt Butzbach, Dr. Dieter Wolf erläu-terte vor den Gymnasiallehrern die Weidig-Dauerausstellung.
Text + Foto: thg

BUTZBACH (thg). Für wie wichtig sie das Museum der Stadt Butzbach halten, zeigten die Geschichtslehrer der Weidigschule, als sie ihre Fachkonferenz jetzt im Ausstellungsraum der seit Herbst bestehenden Weidig-Ausstellung abhielten. Nach den formalen Themen, die vorab intern behandelt wurden, erhielten die Pädagogen eine Führung und sprachen mit Museumsleiter Dr. Dieter Wolf und dessen Stellvertreterin Antje Sauerbier über Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Die Schulgemeinde der Weidigschule würdige das Museum als zentralen kulturellen und historischen Ort, mit dem sie die Zusammenarbeit weiterführen wolle, sagte Fachsprecher Tobias Maschmann. Insbesondere vertrat er die Auffassung, dass finanzielle Mittel für das Haus nicht gekürzt werden dürften. Der Besuch der Lehrer sei auch symbolisch für den Stellenwert des Museums zu sehen. Ziel des Besuchs sei es gewesen, auszuloten, was pädagogisch in Zusammenarbeit mit dem Museum möglich sei, um den Schülern unter anderem die große Geschichte an lokalen Bezügen zu vermitteln.

Wolf informierte über die aktuelle Weidig-Ausstellung. Er wies darauf hin, dass zu dieser ein Begleitheft vorliege. Weiteres Schülermaterial liege nicht dazu vor. Vor 23 Jahren habe ein Arbeitskreis von Schulen und Museum unter anderem Fragebögen entwickelt. "Die sind aber heute total veraltet", so der Museumsleiter. Im Weidigarchiv lägen Kartons mit Material vor.

Gleichzeitig bot Wolf an, dass er bei Anfragen der Lehrer nach Material dieses auch bereitstellen könne. "Damit kann ich dienen." Auch anhand der Exponate in der Ausstellung ließen sich Fragestellungen beantworten. Insbesondere auch im Bereich Judaica lügen viele Dokumente vor, zwar wenige Originale, dafür aber zahlreiche Kopien. Für Themen wie Römer, Mittelalter oder Handwerk gebe es ebenfalls viel Material.

Der Umgang mit Original-Dokumenten aus verschiedenen Jahrhunderten sei kein Problem. Etwa sei eine Urkunde zur mittelalterlichen Geschichte aus Pergament robust. "Die kann man auch heute noch in die Hand nehmen." Und das habe ja auch eine gewisse Faszination.

Auf ein besonderes Sammelfeld wies Wolf ebenfalls hin: die Trachtenabteilung. Zu Beginn seiner Zeit als Museumsleiter habe er sie weniger beachtet. Doch seien sie besondere Stücke, die mit Verzierungen oder Schmuck nicht unbedingt die Wirklichkeit widerspiegelten. Diese

sei mitunter so entbehrlich gewesen, dass die Landbevölkerung ihre Mädchen mit der Drehorgel übers Land schickte: die Hurdy Gurdy Girls.

(c) by Butzbacher Zeitung, 15.03.2017

 

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