Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

"Infos, die man sonst so nicht erhält"

SCHÜLER-FRAGEN   Bürgermeister Michael Merle hatte Butzbacher Gymnasiasten eingeladen


 


BUTZBACH. Bürgermeister Michael Merle begrüßte die Schüler der Jahrgangsstufe acht in der Alten Turnhalle.
Text und Foto: thg

BUTZBACH (thg). "Wir haben versucht gute Antworten zu geben", sagte Oliver Leuschke, bei der Butzbacher Stadtverwaltung zuständig für "E-Government", gestern den Schülern der achten Jahrgangsstufe der Weidigschule. Diese hatten vor Weihnachten bei einem Besuch von Bürgermeister Michael Merle im Butzbacher Gymnasium verschiedene Themen vom Bahnhofsgebäude bis zu Einkaufsmöglichkeiten aufgearbeitet und wollten dazu Antworten vom Stadtoberhaupt. Weil nicht alles spontan abzuarbeiten war, lud Merle die Schüler für gestern in die Alte Turnhalle ein, wo rund zehn Verwaltungsmitarbeiter Rede und Antwort standen.

Ehemalige Auszubildende, die heute Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind, hatte der Bürgermeister damit beauftragt, die Fragen zu bearbeiten und an verschiedenen Stationen Antworten zu geben. Gleichzeitig wollte Merle damit über die Stadt als Ausbilder informieren.

Mit Daniela Bopf stand ein Azubi im ersten Lehrjahr für Fragen zur Verfügung. Derzeit ist sie in der Gebäudewirtschaft eingesetzt, zuvor lernte sie das Bürgerservicezentrum kennen. "Es wird niemals langweilig", sagte sie. In den verschiedenen Ausbildungsabschnitten in den Abteilungen erhält sie als Azubi bereits anspruchsvolle Aufgaben, die Sinn haben und auch herausfordernd seien. Die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten dauert drei Jahre. Im ersten Ausbildungsjahr beträgt die monatliche Vergütung knapp 920 Euro. Auf einem Informationsblatt hatte die Verwaltung die wichtigsten Angaben zusammengefasst. Zwei Auszubildende beschäftigt die Stadt derzeit. Praktika zu absolvieren, sei jederzeit möglich, sagte der Bürgermeister.

Viele Informationen hatten die Verwaltungsmitarbeiter ausgehend von den Schülerfragen zusammengestellt. Unter anderem informierten sie darüber, dass im Jahr 2002 die Busverbindung zum Schrenzerbad, mit der man für eine Mark vom Bahnhof zum Freibad gelangte, eingestellt wurde, weil die Nutzung zu gering war. Kosten von 41 Euro pro Fahrkarte blieben damit bei der Stadt.

Die Fahrzeiten der Busse zur und von der Weidigschule ist ein Thema, das die Stadt nicht in der Hand hat. Die Schüler könnten sich aber an die Verkehrsgesellschaft Oberhessen wenden. Dort würden die organisatorischen Fragen geklärt.

Dass der Butzbacher Bahnhof verfällt, ist auch den Schülern bekannt. Wie es mit dem Gebäude genau weitergeht, sei noch nicht klar. Dazu könnten sie noch keine Angaben machen, erklärten die Verwaltungsmitarbeiter. Zum aktuellen Zustand sei es aber gekommen, weil die Bahn so alte Bahnhofsgebäude nicht mehr renoviere. Aber: "Es passiert etwas." Auch wegen notwendiger Renovierungen am und im Schulgebäude fragten die Schüler an. Die Zuständigkeit dafür liege allerdings beim Wetteraukreis, so die Verwaltungsfachleute. Die Stadt zahle zwar jährlich 5,3 Millionen Euro an Umlage an die Kreisverwaltung, aber die verwalte die Beträge dann. Das Geld fließe dann in die Schulen in 25 Kommunen.

Ebenso gab es Anregungen von den Schülern, die in der Verwaltung noch weiter diskutiert werden könnten, etwa der Wunsch nach mehr Papierkörben und nach weiteren Sitzbänken im Schlosspark. An diesen Beispielen machte Leuschke aber auch deutlich, dass viele Abwägungen notwendig sind: "Mehr Abfallbehälter bedeuten auch mehr Leerungen und dass darin auch mehr Hausmüll entsorgt wird. Bei den Sitzbänken ist Vandalismus ein Thema." „Wir wollten nicht nur sagen: Das kann man nicht machen oder dass andere zuständig sind", sagte Leuschke. „"ir wollten den Schülern die Zusammenhänge auch erklären." Fachlehrer Till Kessler erläuterte, dass die Schüler zwar beispielsweise über die Zusammenhänge der Bundespolitik in der Schule informiert werden, dass aber oftmals die Kommunalpolitik und was man vor Ort machen könne und dass dort auch Entscheidungen fallen, nicht bekannt sei.

So fühlten sich die Schüler am Ende der einstündigen Veranstaltung offenbar gut informiert. "Es ist interessant zu wissen, wie manches weiterläuft und dass man direkt nachfragen kann", sagte eine Schülerin. Eine Klassenkameradin wohnt nicht in Butzbach: "Ich habe einiges erfahren, was ich gar nicht wusste, zum Beispiel dass es die Osteraktiv-Wochen gibt." Dazu hatte die Verwaltung Flyer bereitgelegt.

"Wir haben Informationen über Butzbach bekommen, die man sonst so nicht erhält, die Dinge wurden uns auch genauer erklärt", berichtete eine Achtklässlerin. "Wir haben einen direkten Eindruck davon bekommen, wie alles geregelt ist und abläuft", sagte eine Schülerin, die sich vorstellen kann, dass sie sich bei der Stadtverwaltung um einen Schülerpraktikumsplatz für das zehnte Schuljahr bewirbt.

(c) by Butzbacher Zeitung, 22.03.2017

 

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