Die Butzbacher Zeitung schreibt über die Weidigschule Butzbach

"Zustimmung zu Europa wächst"

DISKUSSION Ministerin Lucia Puttrich stellt sich in Weidigschule Fragen der Jahrgangsstufe elf




BUTZBACH. Die Beteiligten an der Podiumsdiskussion in der Weidigschule mit Ministerin Lucia Puttrich zeigten sich zufrieden mit dem "Politikunterricht zum Anfassen": Caroline Ernemann, Tobias Maschmann (BSO-Koordinator), Andrea Schreiber-Guth (Fachbereichsleiterin AF-II), Lisa Remlinger, Ministerin Lucia Puttrich, Simon Baumann, Schulleiterin Annette Richter, Schulamtsdezernentin Dr. Anne Zingrosch, Matthias Payer (Powi-Fachsprecher), Laura Pfeiffer und Cassandra Haun (oberes Foto). - Im Plenum wurden viele Fragen zu den
aktuellen politischen Themen gestellt (unteres Foto).   
Text + Fotos: win

BUTZBACH (win). Nachdem Europaministerin Lucia Puttrich bereits im Juni per "Videoschalte" live im Politikunterricht der Weidigschüler präsent war, stattete sie dieses Mal den Politik- und Wirtschaft-Schülern der Jahrgangsstufe elf persönlich einen Besuch ab und diskutierte mit ihnen über aktuelle politische Themen. Schulleiterin Annette Richter begrüßte am vergangenen Freitag die Ministerin sowie Beatrice Schenk-Motzko, Kreispressesprecherin der Jungen Union Wetterau und die Dezernentin vorn Schulamt Friedberg Dr. Anne Zingrosch.
Auf dem Programm standen aktuelle politische Fragen: der Ausgang der vergangenen Bundestagswahl, die Lage in der Türkei, aber auch die Entwicklung der Europäischen Union. Lisa Remlinger und Simon Baumann übernahmen die Moderation und diskutierten angeregt und professionell mit der Staatsministerin. Unter anderem ging es um die Frage "Brauchen wir Europa?". In diesem Zusammenhang wurde auch hinterfragt, inwieweit Europa zu einer Entschärfung der Situation und einer friedlichen Lösung des Konflikts zwischen Donald Trump und Kim Jong Un beitragen könne. Auch das Thema Rechtsextremismus, der Brexit sowie die Entwicklung um Spanien und Katalonien und die Veränderungen durch den neuen französischen Präsidenten Emanuel Macron kamen zur Sprache.
Die EU selbst sieht die Ministerin zwar in einer schwierigen Lage, betonte aber zugleich: "Die Zustimmung der Menschen zu Europa wächst. Durch die Ereignisse der vergangenen Monate ist vielen Menschen erst klar geworden, wie wichtig diese Gemeinschaft für Frieden, Freiheit und Wohlstand ist. Deshalb glaube ich, dass Europa letztlich auch aus Krisen, wie sie durch den Brexit oder zunehmenden Nationalismus in den Mitgliedstaaten entstehen, gestärkt hervorgeht." Puttrich sieht aber auch akuten Reformbedarf, um die EU fit für die Zukunft zu machen. Sie sei deshalb zum Beispiel in diesem Jahr zu Gesprächen in Tschechien und Budapest gewesen, um die Stimmungen in diesen Ländern aufzunehmen, die die Flüchtlingspolitik der EU ablehnen.
Besonders wichtig ist der Europaministerin die Beteiligung der Menschen: "Europa ist kein Projekt von wenigen für wenige, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe für uns alle. Und auch Politik lebt davon, dass Menschen sich beteiligen und selbst gestalten." Interesse an politischem Geschehen und politische Bildung seien dazu wichtige Voraussetzungen. Die könne nicht allein die Schule vermitteln, sie leiste aber einn wichtigen Beitrag dazu.
Hessen, Deutschland und die Türkei unter Erdogan Die Europaministerin berichtete von ihren Besuchen in der Türkei in diesem Jahr und ging auf die Bedeutung der Regionalpartnerschaft zwischen Hessen und der türkischen Provinz Bursa ein. Sie halte es für wichtig, den Kontakt auf dieser Ebene aufrecht zuerhalten und spüre auch ein entsprechendes Interesse auf türkisch Seite, sagte Puttrich. Aber natürlich habe sie in ihren Gesprächen auch kritische Themen wie zum Beispiel die Verhaftung der Journalisten Deniz Yücel und Mesale Tolu angesprochen und werde dies weiter tun. In der aktuellen Situation und angisichts der politischen Entwicklung in der Türkei sei ein Beitritt zur EU undenkbar.
Beim Thema Wahlen wollten die Schüler gerne wissen, was sich seit der Bundestagswahl in Hessen verändert habe und wie die Ministerin sich den hohen Stimmenanteil der AfD respektive den Stimmenverluste der CDU erkläre und wie sie zum möglichen Jamaika-Bündnis steht. Sie stellten die Frage, was etablierte Parteien machen müssten, damit sich das Bundestagswahlergebn nicht bei den Landtagswahlen wiederhole. Bei den aktuellen Themen aus der Innen- und Außenpolitik kamen das Bildungssystem, Terrorismus und innere Sicherheit sowie das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zur Sprache.
Remlinger und Baumann meisterten die Diskussionsrunde im Plenum dank ihrer Mitschüler Caroline Ernemann, Laura Pfeiffer und Cassandra Haun mit Bravour. Im Plenum
wurden viele Fragen gestellt, und sofern sie unzureichend beantwortet erschienen - erneut nachgefragt. Die "Powi"-Schüler waren politisch sehr interessiert und hätten gerne noch viel mehr Fragen gestellt.
Die betreuenden Lehrer Tobias Maschmann und Matthias Payer zeigten sich zufrieden mit dem "Politikunterricht zum Anfassen".
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(c) by Butzbacher Zeitung, 15.11.2017

 

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